Schweizer Theaterpreise

Dramenprozessor

Schweizer Theaterpreis 2015

Dramenprozessor

Nahrung fürs Theater
 

Der Dramenprozessor, im Jahr 2000 als Werkstatt für szenisches Schreiben für junge Autorinnen und Autoren gegründet, hat sich seither als eines der nachhaltigsten und kontinuierlichsten Autorenprogramme im deutschsprachigen Raum etabliert und liefert wichtige Impulse für die Arbeit der freien Theaterszene. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen gingen an Teilnehmende, beispielsweise gewann Darja Stocker 2005 mit «Nachtblind» den Heidelberger Stückemarkt. Es gab nicht nur über zwanzig Neuinszenierungen, sondern ihr Erstlingswerk wurde auch in mehrere Sprachen übersetzt. Bereits 2002 gewann Daniel Goetsch mit dem Dramenprozessor-Stück «Ammen» den renommierten Wettbewerb in Heidelberg. Schliesslich gewann Katja Brunner 2013 mit dem Dramenprozessor-Stück «Von den Beinen zu kurz» den Dramatikerpreis der Mülheimer Theatertage, den bedeutendsten Dramatikerpreis im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen gingen in der Zwischenzeit an weitere Autorinnen und Autoren wie Gerhard Meister, Jens Nielsen, Simon Froehling, Matto Kämpf, Reto Finger, Daniela Janjic, Stefanie Grob, Sabine Wang, oder Livia Huber und andere. Sie haben sich grösstenteils als Theaterautoren durchgesetzt und sind in Theaterverlagen präsent.

Initiiert wurde der Dramenprozessor vom damaligen Leiter des Theaters an der Winkelwiese, Peter-Jakob Kelting, der das Projekt mit der wesentlichen Unterstützung des Migros Kulturprozent und in Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Dramaturgen Erik Altorfer sowie weiteren Theatern, Autorenverbänden und Pro Helvetia durchführte. Von 2002 bis 2015 bauten Stephan Roppel, Nachfolger von Kelting, als Gesamtleiter und Erik Altorfer als künstlerischer Leiter den Dramenprozessor weiter aus. In dieser Ära vernetzte Stephan Roppel den Dramenprozessor mit unterschiedlichen Theaterhäusern in der Schweiz und wechselte auf eine biennale Durchführung des Projektes, was für dessen Qualitätssicherung unumgänglich war. Wichtiger Teil des Konzepts ist, dass die Stückentwicklung begleitet und die Werke in den Partnertheatern aufgeführt werden. Ab Sommer 2015 übernimmt Manuel Bürgin die Leitung der Winkelwiese und des Dramenprozessors.

«In der Schweizer Theaterszene gab es eine Zeit, in der man sich Gedanken über die Stellung der zeitgenössischen Dramatikerinnen und Dramatiker machte. Wo sind sie? Wieso erhalten sie nicht mehr Resonanz auf den Bühnen ihres Heimatlandes? Aus diesem Kontext heraus wurde der Dramenprozessor ins Leben gerufen. Es galt, die Leere auszufüllen. Seither, 15 Jahre später, haben 42 Dramatikerinnen und Dramatiker Eingang in die Theaterwelt gefunden. Einige unter ihnen erlangten bemerkenswerte Berühmtheit, gewannen Preise oder erhielten Anerkennung bis weit über die Schweizer Grenzen hinaus. Dieser Erfolg macht deutlich, wie wichtig und sogar notwendig die Zukunft des Dramenprozessors ist. Es liegt nun an ihm, das von ihm gegründete Erbe weiterzuführen und den jungen Dramatikerinnen und Dramatikern weiterhin den Weg auf ihrem Werdegang zu ebnen.»
Anne Fournier, Kaa Linder, Jurymitglieder

www.winkelwiese.ch/dramenprozessor
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